Transformation des Geistes

sukadev1.Eines muss man jetzt unterscheiden, denn es gibt sattwige, rajasige und tamasige Lehrer und letztlich auch Wege. Tamasige Wege wären sicherlich Satanskulte und letztlich alles, was zum –Fanatismus führt und zum Hassen von anderen. Solches gibt es ja auch in Hülle und Fülle. Und rajasig ist natürlich auch dort, wo das Ego durchaus eine Rolle spielt. Aber es ist ein bisschen kompliziert mit dem Ego. Man muss natürlich aufpassen, dass, wenn man auf den spirituellen Weg geht, dass man dort nicht sein Ego erhöht. Ich bin besser als die andere, ich bin weiter als die anderen, mein Weg ist besser als die anderen. Es ist schon gut, wenn man nur denkt, mein Weg ist besser als die anderen, als wenn man denkt, alle anderen Wege führen zur Hölle und wir müssen sie zwangsbekehren, um sie vor der Hölle zu retten. Das ist schon ein Unterschied zwischen einem rajasigem und einem tamasigem Weg, der nur in die Irre führt.

Gut, dann gibt es auch noch auf Subecha die sogenannten Leser und Denkenden, die nur denken, ohne zu praktizieren. Auch das ist eine wichtige Phase für viele, dass man eine Weile sich vieles anschaut, aber es gibt manche, die ihr Leben damit verbringen, über Spiritualität zu lesen, ohne es jemals zu praktizieren. So wie es auch in Indien diese Pandits gibt, die alle Schriften kennen, aber wenig praktizieren, um zu einer wirklichen Transformation des Geistes zu kommen. So gibt es verschiedene Ausprägungen von Subecha.

Dann folgt Vicharana. Vicharana: Wir gehen einen Weg. Zwar heißt der Ausdruck rechte Befragung, aber das heißt jetzt nicht nur die rechte Befragung: Will ich auf dem spirituellen Weg gehen oder nicht, sondern wie ist die Frage im Vicharana? Wie geht es weiter? Was muss ich tun, um auf meinem spirituellen Weg voranzuschreiten? Und ein Kriterium im Vicharana ist, dass das Kriterium, das uns weiterhilft, das Hauptkriterium unseres Weges wird, z.B. das wir Yoga praktizieren. Gut, es gibt Übergangsphasen zwischen Subecha und Vicharana, wo man praktisch die Spiritualität praktiziert wie ein Hobby. Wir sorgen dazu für unsere Arbeit, wir sorgen für unser Haus, wir sorgen für unsere Familie und dann schauen wir mal, was dann noch  übrig bleibt an Zeit, das kann man ja auch verbringen, statt auf dem Tennisplatz, können wir das verbringen im Yogazentrum. Das sind so die Anfänge für manche von Vicharana, nicht für alle. Manche haben eine intensive Phase von Subecha hinter sich und diese intensive Phase von Subecha  führt dann gleich zu einer intensiven Phase von Vicharana. Aber bei manchen war vielleicht Subecha nur schwach ausgeprägt und führt zu schwachem Vicharana. Wenn man auf dem spirituellen Weg weiterkommt, dann sollte das spirituelle Fortkommen an Nummer eins stehen, das ist das Wichtigste. Alles andere folgt dann auch noch. So hat ja Jesus auch gesagt: Strebe zuerst nach dem Königreich Gottes, dann wird euch alles andere von selbst zufallen. Jesus nimmt hier durchaus einen etwas klaren Standpunkt ein, er sagt sogar: Dann wird euch alles andere von selbst zufallen. Das ist letztlich für einen, der den Beruf eines Wandermönches ergreift, weshalb Jesus das so stark propagiert. Das ist aber auch nicht die einzige Lebensform, die er propagiert. Früher habe ich das behauptet, aber ich habe mich inzwischen von einem Bibelkenner eines Besseren belehren lassen. Jesus hatte verschiedene Schüler. Einige, hat er gesagt, sollen Wandermönche werden, andere hat er aber auch in ihrem Beruf gelassen.

– Fortsetzung folgt –

Dies ist Teil 18 einer unbearbeiteten Niederschrift eines Mitschnitts eines Vortrags mit Sukadev Bretz im Rahmen einer Ausbildung bei Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Für genauere Erklärungen der Sanskrit Ausdrücke kannst du nachschauen im Yoga Wiki. Hier ein paar weiterführende Links:

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Gleichgewicht und Vertrauen

swami sivanan3Gut und dann gibt es Titiksha und Titiksha heißt letztlich aushalten können, ertragen können. Wenn Dinge nicht so gehen, wie wir sie gerne hätten, dann können wir sie aushalten, es wird uns nicht vollständig aus dem Gleichgewicht werfen. Und dann folgt Shraddha, Shraddha, ein Vertrauen. Dazu gehört sowohl Selbstvertrauen wie auch Vertrauen in die göttliche Natur anderer, wie auch vertrauen, dass das, was kommt, uns irgendwie hilfreich ist. Und vertrauen, es gehört dann auch das Vertrauen in die Schriften und Vertrauen in den spirituellen Lehrer. Und das Letzte, das Resultat von allem, ist Samadhana: Gleichmut des Geistes.

Also, das sind alles Dinge, an denen wir arbeiten können. All das ist etwas erwacht auf Subecha. Wir haben eine gewisse geistige Stärke schon.

Swami Vishnu hat gesagt, the spiritual windowshoppers, spirituelle Schaufenstergucker, die gucken mal hier rein und mal dort rein, machen mal hier ein Yogaseminar mit, dort hören sie mal einen Kabbalavortrag, dort hören sie sich mal an, was die Zenleute zu sagen haben, und dann vielleicht noch mal ein bisschen Edelsteinmassage usw., aber nichts davon wirklich gründlich ausführen und nicht wirklich praktizieren. So ist es, wenn man am Anfang steht und einen Berg hochgeht, dann überlegt man: Vom Westen, vom Osten, vom Norden, vom Süden – wo ist es am Schönsten, wo ist es am Einfachsten. Man interviewt alle, die oben gewesen sind und fragt schon mal, wie es denn gewesen ist. Dann geht man hier ein bisschen hoch und dort ein bisschen hoch, um dort zu schauen und irgendwann muss man den Weg gehen. Den Weg zu gehen, heißt jetzt nicht, dass alle dann einen einzigen Weg gehen, den alle vorher auch schon gegangen sind, sondern es kann auch durchaus unterschiedliche Wege geben. Es gibt solche wie den Swami Vishnu Devananda, der mit siebzehn seinen spirituellen Meister gefunden hat, seinen Lehren gefolgt ist und bis zum Lebensende. Es gibt aber auch solche wie Swami Sivananda, die die verschiedensten Lehrer hatten, der als Kind von seinem Vater schon einiges gelernt hatte, als Jugendlicher von einem Selbstverteidigungslehrer etwas gelernt hatte, dann auch einen Hatha Yogalehrer gehabt hatte, von dem er wieder was gelernt hatte, irgend jemand muss ihm die Kirtan beigebracht haben, wieder jemand anders hat ihm dann andere Schriften noch beigebracht, dann hatte er jemanden, der ihn in Malaysia als Arzt in Vedanta gelehrt hat, was ihn dann dazu geführt hat, das er von Malaysia zurück nach Indien ist, dort hatte er dann seinen Einweihungsguru, den Swami Vishnavedananda gefunden, der ihm die Einweihung gegeben hat, und das war für ihn der wichtigste Lehrer. Mit dem war er aber nur kurz zusammen. Dann gab es noch einen Swami Vishnu Devananda, der ihm genauer erklärt hatte die Grundsätze eines spirituellen Lebens und es gab dann noch mal jemand anders, der ihm noch mehr Pranayama beigebracht hatte. Er hatte eine Vielzahl von Lehrern, aber es war nicht so, dass er nur zum Lehrer geguckt hat, wenn der wieder weg ist, sondern, was die betreffenden Lehrer ihm erzählt haben, das hat er praktiziert und das ist dann Vicharana. Nur alles sich angucken, ohne wirklich was zu machen oder insbesondere immer dann aufhören, wenn es schwierig wird, wenn man an sich arbeiten muss, seinen Schattenseiten ins Auge gucken muss, wenn Hindernisse auftreten, solange bleibt man noch in subecha, wenn man dann immer aufhört. Man hat zwar den Wunsch nach Wahrheit, aber man kann noch nicht praktizieren. Es ist eben eine notwendige Phase, die man, wenn man Glück hat, nicht Glück hat, sondern wenn man sie im früheren Leben schon hinter sich hat, dann dauert sie in diesem Leben kürzer, und wenn das in diesem Leben das erstemal ist, dann wird dieses Leben daraus bestehen, dass man sich hauptsächlich auf Subecha befindet. Man kann allerdings durch Viveka, die Unterscheidungskraft, diese Phase abkürzen, wenn man erkennt, dass letztlich alle Wege zur Wahrheit finden, dass es nicht so wichtig ist, welchen Weg man geht, sondern was ist wichtig? Dass man einen Weg mit Freude geht.

– Fortsetzung folgt –

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Gleichmut des Geistes

2kIm Wesentlichen läuft das darauf hinaus, dass der Geist eine gewisse Ruhe hat und Gleichmut. Es ist also nicht so, dass wir deshalb unglücklich sind, weil wir unser Leben nicht bewältigen können, es ist nicht deshalb, dass wir unglücklich sind, weil wir irgendwie nur äußerlich enttäuscht sind, obgleich äußere Enttäuschungen diesen Gemütszustand hervorrufen können. Wir könnten sehr wohl unser Leben bewältigen, wir könnten sehr wohl erfolgreich sein, aber von innen her sehen wir dort nicht den großen Sinn drin. Ich will es kurz trotzdem erwähnen, Sama heißt Gleichmut des Geistes oder auch Beherrschung des Geistes und Dama heißt Beherrschung der Sinne, Uparati heißt meiden. Im Grunde genommen, das sind auch Dinge, so eine Leiter, was wir machen können, wenn unser Geist in Unruhe kommt. Das Beste wäre, Dama, wir behalten unseren Geist einfach ruhig. Wenn wir den Geist nicht ruhig halten können, dann halten wir wenigstens unsere Sinne ruhig – Dama, also wenn wir plötzlich den großen Wunsch haben unbedingt einen Hamburger zu verzehren, das Beste wäre, Sama, wir sagen: Geist, sei ruhig und wir denken an …hmm, irgendwie an ein tolles Tofuschnitzel. Oder wir denken an die Unendlichkeit. Wenn das nicht geht, dann machen wir wenigstens Dama, wir beherrschen unsere Sinne. Und auch wenn der Wunsch da ist, gehen wir nicht hin und essen. Und wenn das immer schwer fällt, dann machen wir Uparaki, wir meiden die Orte, wo wir in Versuchung geführt werden. Das ist so eine absteigende Leiter. Oder wenn wir uns furchtbar über einen Menschen ärgern – das Beste wäre Sama -, wir entwickeln wieder Gleichmut, indem wir uns in Geduld üben, und Toleranz um den anderen zu verstehen. Wenn das nicht geht, wenigstens Dama, wir vermeiden es, Baseballschläger zu nehmen oder einen Stock zu nehmen und ihn zu erschlagen. Wenn das nicht ist, dann Uparati („Aufhören, sich-Beruhigen“) wir sagen einfach freundlich, es tut mir Leid, wir können jetzt nicht darüber sprechen, wir erledigen das später, können wir dann morgen noch einmal drüber sprechen.  Und dann rausgehen, zweimal um den Block laufen oder noch besser ins Grüne gehen, und drei Glas kalte Wasser trinken und dann ist man etwas ruhiger.

– Fortsetzung folgt –

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Was macht einen glücklich

amma19Es gibt Menschen, die aus allem aussteigen und auf eine Weltreise gehen, um irgendwie dort irgendwohin zu gehen. Andere versuchen es einfach zuzudecken, nicht nur mit Alkohol, sondern auch mit Essen, mit Arbeit, wegrennen, niemals zur Ruhe kommen, ja nicht, dass die entscheidenden Fragen im Leben noch einmal hochkommen; wegrennen ist sehr verbreitet. Gut, manche stellen sich der Depression und manche sind nicht in der Lage, sie auszuhalten und begehen Selbstmord, manche allerdings suchen dann auch weiter. Nach dieser Vairagya, dieser Erkenntnis, dass, was auf dieser Welt ist, einen nicht glücklich macht, sucht man dann: Gibt es etwas, was einen glücklich macht? Und dann fängt die Viveka an, die Unterscheidungskraft. Was könnte es sein? Und die Viveka ist auch die Unterscheidungskraft zwischen dem Vergänglichen und dem Nichtvergänglichen. Es ist die Unterscheidungskraft zwischen dem, was einen glücklich macht und dem, was einen nicht glücklich macht, die Unterscheidungskraft zwischen dem Wirklichen und dem Unwirklichen. Die erwachen alle in Subecha; es ist nicht so, dass die vollständig da sind, die wachsen dann während der nächsten Bhumikas weiter. Aber sie erwachen und das ist dann Subecha. Wenn die Viveka schon etwas erwacht, dann wird Subecha angenehmer. Irgendwie sieht man, es gibt doch etwas. Wenn man nämlich ein bisschen logisch dran geht und anschaut und dann kommt man doch irgendwann auf die spirituellen Systeme und dort erkennt man, dort gibt es Leute, die behaupten, sie hätten etwas gefunden, was ewig ist und man findet seinen eigenen Gemütszustand sehr gut beschrieben in den Schriften, z.B. im Yoga Vashishta wird ja sehr genau beschrieben der Gemütszustand eines Menschen in Subecha. Es gibt eine Geschichte über Rama. Der Rama der nach einer Reise durchs Königreich verzweifelt war, weil er festgestellt hat, er hat keinen glücklichen Menschen gefunden. Die Menschen rennen Dingen hinterher, sie rennen Illusionen hinterher, wirklich glücklich ist keiner und jeder Mensch stirbt. Das ist nicht, wie man manchmal denken würde, dass man psychisch krank ist und deshalb zum Psychologen geht, ein bisschen Aspirin schluckt oder irgendwelche Johanniskrauttabletten und dann, je nachdem, ob man naturheilkundlich oder mehr schulmedizinisch orientiert ist, nachher stimmt die Gehirnchemie wieder und man wird schon irgendwie glücklich sein, sondern man erkennt, dass es eigentlich eine Stufe zur Befreiung ist, eine notwendige Stufe. Wenn man dort mehr sucht, wird man das finden, dann erwacht diese Viveka. Und mit der Viveka erwacht dann auch Mumukshutwa, eine Sehnsucht, auch diese Befreiung selbst zu erlangen. Wir wollen es wirklich erreichen. Und auf dieser Ebene, und das unterscheidet sie von einfach einer psychischen Störung , einer klinischen Depression, stellt aber auch die sechsfachen Tugenden dar: Shat Shampat dar, Sama, Dama, Uparati, Titiksha, Shraddha und Samadhana. Ihr findet sie in dem Buch von Swami Sivananda, „Göttliche Erkenntnis“, da gibt es ein Kapitel „Shat shampat“.

– Fortsetzung folgt –

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Verlangen nach Wahrheit

maya1Gut, aber war der Weg genauso, wie ihr ihn euch vorgestellt habt? Irgendwie war er doch an einigen Stellen anders. Trotzdem habt ihr hergefunden. Und so ist es auch mit diesen sieben Bhumikas: Wenn ihr wirklich auf einer Bhumika seid, es fühlt sich ganz anders an und es ist irgendwie ganz anders als man es vorher vorgestellt hat, trotzdem findet man, wenn man die Bhumikas kennt, leichter bis zur höchsten Wahrheit, als wenn man sie nicht kennt, denn man weiß die wesentlichen Aufgaben.

Die erste Bhumika ist Subecha, Verlangen nach Wahrheit, gekennzeichnet durch vier Hauptkriterien. Wie heißen die? Viveka, Vairagya, Shatsampat und Mumukshutwa.

Erst einmal, Vairagya ist was: Entsagung und Leidenschaftslosigkeit. Es ist eigentlich schwer ins Deutsche zu übersetzen. Im Grunde genommen ist es die innere Verwirklichung, dass es nichts auf dieser Welt gibt, was einen glücklich macht, dauerhaft. Das ist erst einmal deprimierend oder, hm? Die Erkenntnis, dass es nichts auf dieser Welt gibt, was einen dauerhaft glücklich macht. Und deshalb ist auch Subecha für viele Menschen zunächst einmal etwas Deprimierendes. Ich hatte vorher gesagt, ich hatte tatsächlich die letzten dreißig Jahre festgestellt, dass die depressiven Krankheiten erheblich zunehmen in den westlichen Industriegesellschaften oder es heißt ja Dienstleistungsgesellschaften von den westlichen Gesellschaften und nicht nur zehn Prozent, sondern dreimal so viele Leute beklagen sich heute über Depression wie vor dreißig, vierzig Jahren, trotz besserer materieller Lebensverhältnisse, trotz weniger Ängste, trotz gesunkener Arbeitszeit und trotz, dass wir durchschnittlich nur fünf Tage die Woche arbeiten. Trotdem ist der Mensch  depressiv geworden und man führt verschiedene Gründe auf, zum einen sagt man, dass die Menschen nicht mehr lernen Muße zu haben, alleine zu sein, in der Ruhe zu sein – zu viel Außenreize. Zweitens ist, dass die Menschen ihre Energie ausgeben, nachher ist keine Energie mehr da und wenn keine Energie mehr da ist, dann rutscht man in ein Loch. Und ein dritter Aspekt ist durchaus tiefgehend, dass  eine wirkliche spirituelle Sehnsucht erwacht ist, da findet man kaum mehr etwas, dass man in der allgemeinen Gesellschaft akzeptiert ist. Wenn jemand wirklich diese erste Stufe erreicht und er weiß, dass ein normales Berufsleben ihn nicht glücklich macht, dass selbst eine gute Beziehung und Familienleben ihn nicht dauerhaft glücklich machen kann und dass auch ein schönes Haus zu haben, ein dickes Auto und gut durchs Internet zu surfen einen nicht glücklich machen kann, dann ist das erst einmal etwas deprimierendes für viele Menschen. Und viele Menschen, die so in Subecha sind, die versuchen auch diese Sehnsucht zu betäuben, z.B. durch eine Sucht. Oft liegt Suche und Sucht eng zusammen, nicht immer, aber relativ oft. Ich würde vermuten, dass eine ganze Reihe der hier Anwesenden schon eine Phase von Sucht hinter sich hat. Ich weiß nicht, ob das die Mehrheit wäre, aber Drogensüchte und Alkoholsüchte…, das ist  jetzt so eine Frage, die ich nicht so stelle, hm, wer von euch war schon einmal süchtig gewesen? – die werde ich jetzt nicht stellen. Das wäre dann doch zu persönlich.

– Fortsetzung folgt –

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Die Bhumikas – sieben Stufen der Erkenntnis

1a,,,,,,,Die Bhumikas, Teil 2

Die sieben Bhumikas?

Subecha, auf deutsch: Sehnsucht nach der Wahrheit.

Vicharana, wörtlich übersetzt: Rechtes Befragen, aber das heißt sich auf dem Weg befinden.

Tanumanasa, das heißt: Ausdünnen des Geistes.

Sattwapati, das heißt: Erlangen von Reinheit.

Asamshakti, wörtlich: Das nichts berührt, das ist dann, wenn wir Nirvikalpa Samadhi erreicht haben, noch karmabewusst ausarbeiten.

Padarthabhavani, das heißt: Das Karma löst sich langsam auf.

Turiya, das siebte, ist dann immerwährender Samadhi.

Und wir können sagen, diese sieben Bhumikas sind wie eine Landkarte, die uns zeigen, welche Hauptstrecken wir vor uns haben. Und je nachdem, auf welcher Bhumika wir uns befinden, sind die Aufgaben, die wir zu tun haben und zu erledigen haben auch wieder unterschiedlich. Und die Psyche der Menschen ist, je nachdem, auf welcher Bhumika man sich befindet, unterschiedlich, sogar unser eigener Geist, denn die Bhumika ist nicht nur eine Einbahnstraße, sondern es kann auch mal sein, dass man in eine vorherige Bhumika zurückgeht. Auf jeder Bhumika gibt es noch besondere Aufgaben, die einen erwarten und die man gut bewältigen muss, um zur nächsten Bhumika zu kommen. Natürlich ist es mit dieser Landkarte so, wie mit allen anderen Landkarten, sie beschreiben nicht hundertprozentig, was nachher ist. Zum Beispiel, wer von euch ist mit dem Auto gekommen? Immerhin die Hälfte.

Ihr habt also dort eine Beschreibung gehabt und seid dann hierhergekommen. Wer von euch hat es sich von jemand erklären lassen? Also alle sind mit einer Anleitung angekommen. Oder ist jemand auf `s geradewohl gefahren? Mal schauen. Irgendjemand hat erzählt, der ist einfach so durch die Gegend gefahren und hat gedacht, ich schau mal, wo mich mein Herz  mich hinführt. Der ist tatsächlich hierher gekommen. Er wusste aber nicht, dass es hier einen Ashram gibt. Der ist einfach nur einmal durch die Gegend gefahren und dann ist er hier angekommen, und ist seid dem auf dem spirituellen Weg und kommt sehr oft in den Ashram. Das ist also eher die Ausnahme.

– Fortsetzung folgt –

Dies ist Teil 13 einer unbearbeiteten Niederschrift eines Mitschnitts eines Vortrags mit Sukadev Bretz im Rahmen einer Ausbildung bei Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Für genauere Erklärungen der Sanskrit Ausdrücke kannst du nachschauen im Yoga Wiki. Hier ein paar weiterführende Links:

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Rechte Befragung

1yaWir arbeiten auch an Vicharana (Rechte Befragung), wir arbeiten auch in Tanumanasa (Ausdünnen des Geistes), und in Sattwapati (Erlangung von Reinheit), auch dort arbeiten wir weiter, so dass wir in diesen vier weiter verankert sind. Es gibt auch Menschen, die in der Subechastufe länger hängen bleiben. Es gibt die Intellektuellen, die die ganze Zeit leben und lesen ohne jemals etwas zu tun. Sie haben Verstand und intellektuelles Suchen, aber sie kommen nirgendwo hin. Dann gibt es die Verzweifelten. Das ist oft, wenn Subecha erwacht und es keine Unterstützung in der Gesellschaft gibt, wo man ganz der festen Überzeugung ist, ich kann nirgends glücklich sein, nichts macht mich glücklich. Man hat das Gefühl, man sei auf dem falschen Planeten geboren, keiner versteht einen, man durchschaut die Hohlheit von allem und man sieht keinen Ausweg. Es gibt eine ganze Reihe von Menschen, die Subechas sind in unserer Gesellschaft und die in Schwierigkeiten kommen, die dann vielleicht versuchen sich zu betrinken oder die versuchen sich zu betäuben, die versuchen davonzulaufen, sich in Hektik zu stürzen. Subecha, dieser Wunsch nach dieser Sehnsucht nach etwas Höherem. Dann gibt es die anderen, die sogenannten windowshoppers, die Schaufenstergucker, die machen mal dieses und die machen mal jenes, aber ohne irgend etwas tief zu machen. Also die machen mal ein Wochenende Shiatsu, ein Wochenende afrikanischer Tanz, mal ein paar Tage Yoga.

– Fortsetzung folgt –

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Die Unterscheidungskraft

img524Viveka, das ist die Unterscheidungskraft, die wir üben, die uns hilft, Vairagya zu vertiefen.

Habt ihr alle schon gründlich entwickelt. Letztlich heißt es, wenn wir Vairagya und Viveka haben, dann ist auch eine gewisse geistige Ruhe. Also Mumukshutwa, intensiver Wunsch nach Befreiung. In jedem Menschen ist der Wunsch nach Befreiung da. Aber ist es wirklich der wichtigste Teil unseres Lebens? Alle hier Anwesenden haben diesen Wunsch, ob sie den jetzt als einen Wunsch nach Befreiung, Wunsch nach Selbstverwirklichung, Wunsch nach Erfahrung der Einheit, Wunsch nach innerem Frieden ausdrücken ist bei jedem anders, aber eigentlich, wir haben alle diesen Wunsch. Nur, ist er wirklich so groß, größer als alles andere? Ich will zwar die Selbstverwirklichung erreichen, aber was will ich vorher noch?

Das heißt, wenn der Wunsch nach Befreiung wichtiger und größer ist als alles andere, dann geht der spirituelle Weg schnell. Wenn er nur einer unter hundert ist, dann geht er langsam. Das kann man natürlich auch pflegen, diesen Wunsch nach Befreiung. Wir können ab und zu mal schauen, was macht mich wirklich glücklich?  Wir haben ja heute Morgen darüber gesprochen, wie wir das herausfinden. Wenn wir sehr tief schauen, dann können wir feststellen, was macht mich wirklich glücklich. Eigentlich macht mich ganz glücklich, wenn ich liebe, wenn ich gebe, wenn ich anderen helfe und letztlich bin ich dann glücklich, wenn ich glücklich bin, wenn ich keine Gedanken habe, wenn ich mich eins fühle mit meinem wahren Wesen, dem Göttlichen.

Gut, jedenfalls daran können wir arbeiten. Und dieses Mumukshutwa und Vairagya und Viveka, was in der ersten Bhumika erwacht, daran arbeiten wir auch in den nächsten Bhumikas.

– Fortsetzung folgt –

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Nichts macht uns wirklich glücklich

zit90Gut, Vairagya heißt Leidenschaftslosigkeit, Verhaftungslosigkeit, Wunschlosigkeit. Vairagya ist die tiefe Überzeugung, dass es nichts auf dieser Welt gibt, nichts Äußeres, das uns glücklich macht. Solange wir denken, ich werde glücklich sein, unterliegen wir einer Täuschung. Vairagya erwacht, wenn wir am tiefsten spüren, dass dem nicht so ist. Wir denken immer, ich werde glücklich sein, wenn ich im Lotto gewinne, ich werde glücklich sein, wenn ich diesen und jenen Beruf habe, ich werde glücklich sein, wenn ich die Schulden abbezahlt habe, ich werde glücklich sein, wenn ich Yogalehrer werde, ich werde glücklich sein, wenn ich die Ausbildung mache, ich werde glücklich sein, wenn die Ausbildung vorbei ist, ich würde glücklich sein, wenn die Ausbildung nie aufhören würde, ich würde glücklich sein, wenn ich eine Stunde länger schlafen könnte, ich würde glücklich sein, wenn ich zwei Stunden mehr Zeit am Tag hätte, ich würde glücklich sein, wenn…usw. Also so erzählen wir uns die ganze Zeit, ich würde glücklich sein, wenn… Und bis zu einem gewissen Grad habt ihr das alle schon erkannt, sonst wärt ihr nicht hier. Einen großen Grad von Vairakya und Viveka, Unterscheidungskraft braucht es, um hier zu sein?

Ein gewisser Grad von Vairagya muss hier sein, damit ihr hier überhaupt einen Moment lang glücklich sein könnt, auch wenn ihr nicht jeden Moment glücklich seid. Manche scheinen die ganze Zeit glücklich zu sein. Von denen, die gestern gefahren sind, da gab es ein paar, die haben gesagt, es war sehr anstrengend, aber irgendwie doch gut. Sie hatten die ganze Zeit darauf gewartet, dass Reinigungserfahrungen kommen und sind einfach von Anfang bis Ende glücklich. Auch wenn trotzdem Reinigungserfahrungen kommen, sie sind trotzdem glücklich, so etwas gibt es auch, aber das ist eher selten. Aber vielleicht auch nicht.

Wir müssen immer wieder aufpassen, es ist zwar ein Erwachen – Vairagya, aber wir können es weiter entwickeln. Wir müssen immer wieder schauen, der Geist schafft neue Tricks und er schafft neue Gaukeleien, neue Illusionen, neue Täuschungen, neue Versuchungen usw.

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Bhumikas – Stufen zur Vollkommenheit

1abrSeid erst einmal skeptisch und kritisch, bevor ihr eurem Herzen folgt. Der Verstand muss dort etwas dazwischen legen. Die Menschen, die diesen, wie hieß dieser angebliche Meister? Der hatte eine Riesenausstrahlung gehabt. Ich habe in einer Zeitung gelesen, wenn die Leute in seiner Nähe waren, haben sie tiefen Frieden verspürt. Sie haben irgendwie gespürt, wie ihr Bewusstsein sich erweitert hat. Und der hat große authentische, spirituelle Erfahrung gehabt. Sie haben ihrem Herzen gefolgt, aber ohne Verstand, und wurden entäuscht. Also bevor ihr eurem Herzen folgt, benutzt euren Verstand und schaut nach der Ethik.

Und dort gibt es sieben verschiedene Bhumikas. Die erste Bhumika heißt Subecha. Und Subecha heißt?

Sehnsucht nach Wahrheit, Verlangen nach Wahrheit.Suche nach etwas Tieferem. Wir wissen, weder durch Sinnesbefriedigung noch durch Reichtum können wir glücklich werden. Und letztlich, selbst wenn wir alle unsere Talente kennen und ausleben, sind wir dennoch nicht glücklich. Wenn wir das wissen, dann entsteht, was genannt wird Vairagya. kennt ihr die vier: Vairagya (Wunschlosigkeit), Viveka (Unterscheidungskraft, Shatsampat (sechs edlen Tugenden), Mumukshutwa (Wunsch nach Befreiung)?

– Fortsetzung folgt –

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