Spirituelle Flitterwochen

ab83Übrigens, selbst wenn man weitergemacht hätte, wäre dieser Zustand so auch nicht dauerhaft gewesen. Swami Vishnu hat es gerne genannt, die spirituellen Flitterwochen. Die dauern ein paar Wochen oder Monate, bei manchen bis zu drei oder vier Jahre, und dann anschließend ist diese euphorische Hochenergiephase wieder vorbei. Und wenn man sie selbst abgestellt hat, indem man aufgehört hat, zu praktizieren, ist sie auch vorbei. Sie wird nicht so wiederkommen, nur, indem man wieder anfängt, zu praktizieren. Da braucht man weder Angst zu haben noch die Hoffnung. Wenn man dann an sich gearbeitet hat, bekommt man es nicht mehr als Gnade, sondern wenn man an sich gearbeitet hat, kommt man schrittweise weiter. Und eine schrittweise Entwicklung ist oft für die Mitmenschen leichter zu ertragen als die plötzliche Veränderung. Wenn es eine plötzliche Veränderung gibt und es dann zu Konflikten kommt, dann wäre es z.B. eine gute Hilfe, zu sagen: „Ja, ich bin jetzt gerade irgendwo euphorisch, es wird auch schon wieder vorbeigehen.“ Wenn die Menschen das hören, dann sagen sie: „Ok, das kennen sie, da waren wir auch mal drin.“ „Ich habe jetzt gerade etwas Neues, bin begeistert. Im Normalfall wird die euphorische Phase wieder vorbeigehen, dann bin ich wieder normal.“ Wenn man das schon so sagt, dann merken die Menschen, man hat eine kritische Distanz zu sich selbst und kann ein bisschen über sich lächeln und nimmt das selbst nicht so ernst, dann nehmen es die anderen auch nicht so ernst. Eine zweite Sache, die man machen kann, ist, anzuerkennen, dass man eine Zumutung ist für die anderen. Ja, das muss man anerkennen, dass man aber alles Recht der Welt hat, eine solche Zumutung zu sein und dass sich andere auch daran gewöhnen werden, wenn man ihnen wichtig ist. Aber schon allein, dass man anerkennt: „Ich bin eine Zumutung für dich.“ Man kann ja sagen: „Ja, es tut mir leid, dass ich eine Zumutung für dich geworden bin.“ Schon das kann helfen. Das versteht der andere dann. Anstatt sich zu rechtfertigen und sagen: „Ich bin doch so voller Glück und Freude, warum verstehst du das nicht?“ Indem man bewusst anerkennt: „Ich bin eine Zumutung, das weiß ich. Und ich schätze es wert, dass du es mit mir aushältst.“ Und ein nächster Punkt wäre auch, Gemeinsamkeiten suchen und von Bekehrungsversuchen abzusehen.

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Die Aufgabe des Lehrers

foto11Teilnehmer: „Was bedeutet spirituelles Spießbürgertum?“

Wie kann man Spießbürgertum erklären? Irgendwo, man hat so sein geregeltes und ruhiges Leben und steht jeden Tag zu einer gewissen Zeit auf und geht ins Bett und nimmt sich seine Zeit für dieses und für jenes, macht weder zu viel noch zu wenig, hat so seinen Mittelweg gefunden und hat ein gewisses Ansehen dort und das Leben ist geordnet und geregelt usw. Eine von mir sehr geschätzte Lehrerin, Swami Durgananda, hat mal gesagt: „Die Aufgabe des Lehrers ist, das Leben der Schüler unbequem zu machen.“ Wenn man keinen persönlichen direkten Lehrer hat, dann ist es Gottes Aufgabe. Und so habe ich auch das Gefühl, so ist Swami Vishnu und Swami Sivananda weiter gut aktiv. Auf der einen Seite stimmt, das Leben wonnevoll zu machen, das schon, aber auf einer anderen Seite nicht zu bequem werden lassen. Wenn also ihr immer wieder merkt, jetzt habt ihr gerade gedacht, euer Leben so arrangiert, jetzt scheint alles in Ordnung zu sein, irgendwo klappt es, und prompt, Ironie des Schicksals: „Muss das denn ausgerechnet jetzt sein?“ Dann solltet ihr euch bewusst machen, da ist die Gnade Gottes und des Gurus aktiv, die verhindern will, dass ihr spirituell steckenbleibt. Das muss man sich öfters vergegenwärtigen und kann es dann als solches auch annehmen. Und damit kommen dann auch die Samskaras raus, denn letztlich im spirituellen Spießbürgertum kann man so die Samskaras, die da sind, irgendwo so halb bedecken und verdecken. Wenn dann aber irgendwo was passiert von außen, dann kommen die dort hoch und man kann sie sich anschauen und kann an ihnen arbeiten.

Es gab noch eine andere Frage, die mir mündlich gestellt worden ist. Es war eine Frage, die sich darauf bezogen hatte, manchmal passiert es Menschen, dass sie tief in die Spiritualität hineinkommen, dass sie sich ganz verbunden fühlen mit Gott, dass sie eine große Öffnung haben und wahnsinnig gerne meditieren und Asanas und Pranayama üben und erfüllt sind von diesem Gottesbewusstsein, und dann stoßen sie auf ein Problem, nämlich das Unverständnis der Mitmenschen. Ich kann mal fragen, wer von euch hat das schon mal erlebt? Also, durchaus einige. Und dann ist die Frage, was macht man dann? Zunächst mal, für die meisten, werdet ihr die Phase schon hinter euch haben. Es gibt dann manche, die haben dann was gemacht, die hören dann auf, weil sie nicht so in Konflikten mit den Menschen sein wollen, hören auf mit den Yogaübungen und nach einer Weile fangen sie dann wieder an. Das Tröstende ist, die euphorische Phase des ersten Mal, wird man so nicht nochmals bekommen. Da braucht man dann keine Angst mehr zu haben. Was dann aber auch manchmal nicht nur eine Angst ist, sondern die Hoffnung wird dann auch nicht befriedigt.

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Eindrücke im Unterbewusstsein

1c.- „Du sagtest, dass man nicht alle Samskaras auflösen muss, um zur Erleuchtung zu kommen. Wie viel davon muss man denn auflösen und wie am besten?“

Gut, Samskaras sind Eindrücke im Unterbewusstsein. Es gibt verschiedene Arten von Samskaras. Es gibt zunächst mal zwei Arten von Samskaras, die man überhaupt nicht auflösen muss. Das eine sind Erinnerung und Gedächtnis. Also, man muss nicht seine Erinnerungen auflösen. Zweite Art von Samskaras sind letztlich unsere Fähigkeiten. Wenn man gelernt hat, Harmonium zu spielen, diese Art von Samskara muss man natürlich nicht aufgeben, genauso wie die Samskara, Yogaunterricht geben zu können. Aber es gibt andere Samskaras, wie z.B. bestimmte Reiz-Reaktionsmechanismen, bestimmte Sachen wie, auf bestimmte Sachen mit Ärger zu reagieren, auf bestimmte Sachen mit Eifersucht zu reagieren, bestimmte Wünsche, die man hat, bestimmte Verhaftungen, die man hat. All diese Dinge, kann man haben. Und dann ist die Frage, wie viel davon muss man überwinden? Denn natürlich, je mehr solcher Samskaras wir haben, umso mehr bleibt unser Geist hier in einer irdischen Ebene. Wir müssen so viele Samskaras auflösen, dass wir meditieren können, unseren Geist erheben. Und dann letztlich wird nachher Gottes Gnade alles machen und wenn wir in Nirvikalpa Samadhi sind, dann werden all unsere Samskaras soweit verbrannt, wie sie uns im Egoismus halten würden und soweit spiritualisiert, wie sie zu Instrumenten des Göttlichen werden können. Das ist jetzt natürlich eine allgemeine Antwort auf die Frage, aber so in etwas. Also, man kann sagen, das, was einem davon abhält, zu meditieren, das ist besonders wichtig, aufzulösen. Man kann auch sagen, man kann das angehen, was man angehen kann und das kann einen dann befreien. Man dann ergibt das auch irgendwo wie so einen Engelskreislauf. Es gelingt einem ein bisschen, sich dort zu lösen, man fühlt sich mehr mit Gott verbunden, dann kann man wieder das andere angehen. Allerdings, jetzt von der Praxis her geht es nicht ganz so einfach, sondern dann hat man das eine aufgelöst, meint es mindestens, und dann merkt man, wie von einer anderen Warte es verkleidet wieder von hinten auf einen zukommt. Oder man ist es irgendwo angegangen, hat gerade viel Pranayama gemacht, dann macht man ein bisschen weniger Pranayama und prompt fällt man wieder in die gleichen Samskaras rein. Aber wir können auch sehen, es gibt ja einige große Heilige und Weise, die hatten auch ihre Marotten beibehalten, nur waren sie dann eben spiritualisiert. Swami Sivananda ist vermutlich der Mensch, der am psychisch gesündesten war, den man sich überhaupt vorstellen kann. Aber es waren nicht alle so. Es gibt andere, die, wenn man sie rein nach psychologischen Kriterien analysieren würde, dann waren die zum Teil ein bisschen eigenartig gewesen. Es gibt ja auch das Konzept der heiligen Narren. Ich glaube, von Feuerstein gibt es so ein Buch „Heilige Narren“ und dann sieht man so, wie einige Menschen schon massive Samskaras hatten, diese aber in die Verwirklichung hineingebracht haben. Und dann waren diese Verrücktheiten, die sie hatten, eigentlich Aufwecker für ihre Schüler und Hilfen, dass Schüler nicht in spirituelles Spießbürgertum hineingerutscht sind.

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Gesunde natürliche Nahrungsmittel

af„Welche Nahrungsmittel sind besonders geeignet für die Unterstützung von Asanas, Pranayama und Meditation? Sattvige, vegetarische Ernährung vorausgesetzt, wie ist es mit Milchprodukten?“

Gut, du hast erst mal richtig geschrieben, sattvige, vegetarische Ernährung ist erst mal das Wichtigste. Das Allerwichtigste ist erst mal weglassen: Fleisch, Fisch, Alkohol, Tabak, Drogen. Ich hoffe, das ist jetzt für euch kein Problem. Da muss man einfach radikal sein und weglassen und dann ist das mit der spirituellen Entwicklung schon mal sehr viel leichter. Und das sind auch die Dinge, wenn man die weglässt, nach einer Weile, es reizt einen auch nicht mehr. Es sei denn, man hat mal eine Suchtsache gehabt, dann mag mal eine Samskara kommen, ansonsten, es gibt kein natürliches Bedürfnis, irgendetwas in dieser Art zu sich zu nehmen. Das muss man einfach weglassen. Gut, dann kann man des Weiteren schauen, was ist noch sattvig, was ist nicht sattvig und dann muss man schauen, wie kompromisslos man im Alltag leben kann und je sattviger umso besser. Je weniger Kaffee und Tee man braucht, umso besser. Je weniger Weißzucker und Weißmehl man braucht, umso besser. Und je weniger Zwiebeln und Knoblauch man braucht, umso besser. Und je weniger man aus Tiefkühlkost und Konserven zu sich nimmt, umso besser. Aber das sind alles so Übergänge, sind fließend. Ein hoher Rohkostanteil ist allgemein gut, wobei es dann auch wieder vom ayurvedischen Temperament her abhängt. Wenn man eher Pitta-Typ ist, der so dynamisch, zielorientiert, energetisch ist, ist ein hoher Rohkostanteil besonders gut. Wenn man mehr ein Vata-Mensch ist und der Geist irgendwo ständig in den Wolken schwebt, braucht es etwas Erdendes und das sind dann entweder erdende Gemüse oder eben gekochte Nahrung. Gut, dann war noch die Frage bezüglich Milchprodukte. Da habe ich eine recht starke Meinung inzwischen, die sollte man weglassen. Milchprodukte, in früheren Zeiten, man findet in der Bhagavad Gita und in der Hatha Yoga Pradipika die Aussage, sie seien sattvig. Man muss damals wissen, Milchprodukte in der damaligen Zeit, sind praktisch fast nebenher angefallen. Die indische Wirtschaft war eine auf Kühen aufgebaute Wirtschaft, Pflug- und Transportmittel, alles wurde von Rindern gemacht. Der Hauptbrennstoff zur Nahrungsmittelzubereitung war getrockneter Kuhdung, die Hauptfarbe für die Häuser, war getrockneter, gemahlener Kuhdung und so viel anderes. Und da gab es halt auch Milch und dann hat man vielleicht ein halbes Glas verdünnte Milch zu sich genommen. Und wenn es mal ein ganzes Glas verdünnte Milch war, war das viel. So hat es uns der Swami Vishnu erklärt gehabt. Gut, und damals war eben Milche nicht mit Töten verbunden. Heutzutage ist es nicht möglich, Milchprodukte zu haben, ohne Tiere zu töten. Es muss jedes Jahr ein neues Kalb dort heranwachsen, die Bullen wird man nicht brauchen. Und auch die Kuh selbst, nach sechs bis sieben Jahren kann sie nicht mehr so viel Milch geben wie vorher – natürliches Alter der Kühe ist zwanzig – also werden sie mit sechs, sieben, in der Bio-Tierhaltung mit acht Jahren, alle auch geschlachtet. Und damit, wenn man Milchprodukte zu sich nimmt, ist man an letztlich der gesamten Grausamkeit, die mit der Tierhaltung und mit dem Tierschlachten verbunden ist, ist man damit daran beteiligt. Und da die Kühe das merken, auch in den Biohöfen, dass da irgendwo Gewalt dabei ist, nimmt man auch mit diesen Milchprodukten das zu sich. Und das zweite ist, heutzutage – vor zehn, zwanzig, dreißig Jahren hieß es immer, Milchprodukte seien gesund und seien wichtig und man braucht es – inzwischen zeigen die empirischen Studien, dass das Gegenteil der Fall ist. Die Hälfte der Menschen verträgt gar keine Milchprodukte, sie haben Unverträglichkeiten und Verdauungsprobleme, Kopfweh usw. und das ist einfach wegen den Milchprodukten. Nur die Hälfte verträgt es überhaupt, Laktose-Intoleranz hört man oft und tatsächlich, jeder zweite Mensch, der darauf getestet wird, hat Milchunverträglichkeit. Ein nächster Punkt ist dann auch, es gibt dann auch so einige Studien, es gab ja vor kurzem das Buch „Die Chinastudie“, das gekommen ist, das zeigt, im Grunde genommen, je weniger Tierprodukte, umso gesünder ist der Mensch. Und da spielt es noch nicht mal die Rolle, wie früher behauptet wurde, fettarm, fettreich – fettreich ist natürlich noch schlechter, aber fettarmer Joghurt ist auch schlecht – und Krebs, Herzinfarktrate und Allergien und Autoimmunerkrankungen, alle sind in Abhängigkeit von Fleisch- und Milchprodukten. Also wie beim Fleisch, es gibt keinen guten Grund, Milchprodukte zu sich zu nehmen. Es gibt keine empirischen Studien, die zeigen würden, dass es für irgendwas gut wäre. Es gibt viele empirische Studien, die zeigen, es ist ungesund und ethisch ist es auch nicht. Und für die Wirkung der Meditation – und das war jetzt die Hauptfrage, für Asanas, Pranayama und Meditation – man wird subtiler für Asanas, Pranayama und Meditation, wenn man auch die Milch weglässt. Und es fällt leichter, in die Meditation zu gehen, es fällt leichter, das Göttliche wahrzunehmen. Im Ayurveda übrigens wird ja Milch deshalb verwendet, um den Geist zu erden und gröber zu machen. Das schreibt so auch der Swatmarama in der Hatha Yoga Pradipika, zu Anfang soll man Nahrung zu sich nehmen, die Milch und Ghee enthält, wenn man eine Weile praktiziert, braucht man das nicht mehr zu tun. Es gibt aber andere Möglichkeiten, sich zu erden, da funktioniert Sojamilch, Tofu ähnlich und da funktionieren auch Wurzelgemüse, damit kann man sich auch erden.

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Shatkarmas in der spirituellen Entwicklung

12 „Welchen Stellenwert haben die Shatkarmas, die Kriyas, in der spirituellen Entwicklung?“

Die Shatkarmas, die Kriyas, sind: Augen reinigen mit Tratak. Nase reinigen mit Salzwasser und einem Katheder, der man da durchführt. Ist Kunja Kriya, also ein bis zwei Liter Salzwasser trinken, zwei drei Finger in den Hals und ausspeien. Ist Agni Sara oder Nauli und Enddarmspülung mit einem Einlauf. Und Kapalabhati natürlich.

„Welchen Stellenwert haben sie in der spirituellen Entwicklung?“ Jetzt weiß ich nicht, ob der, der das geschrieben hat, hofft, dass ich sage, keinen und eher Angst davor hat oder sagt, „ich habe nicht so viel Zeit“. Also, vom Grundsatz her, die Kriyas sind hilfreich für physische Gesundheit. Im Normalfall empfehle ich Menschen, einmal in ihrem Leben ein halbes Jahr die Kriyas regelmäßig gemacht zu haben. Also, die Kunja Kriya, Salzwasser und Einlauf, einmal die Woche zu machen. Und natürlich, Kapalabhati sollte man täglich machen. Und Agni Sara bzw. Nauli kann man ja auch täglich machen, das geht ja auch fast mit dem Zähneputzen gleichzeitig oder direkt davor oder wenn man aufsteht. Gut, und Tratak kann man auch mal eine Weile täglich machen. Zwei Minuten lang Tratak zur Einleitung der Morgenmeditation, ist eine gute Sache für die Augen. Und Neti, Salzwasserspülung, kann man auch ein paar Monate lang täglich machen, reinigt die Nase. All das hilft dazu, dass der Körper gereinigter ist und das lässt das Prana leichter fließen, es hilft für die Tiefe der Meditation und es hilft auch, gesund zu sein. Wenn man das mal ein halbes Jahr lang gemacht hat, dann kann man es reduzieren, dann braucht man normalerweise, wenn man sich gesund ernährt, nicht mehr Kunja Kriya und Einlauf. Aber immer dann, wenn man merkt, eine beginnende Krankheit kommt, dann wird man wieder reinigen. Und als solches ist es hilfreich. Der Swatmarama sagt, es ist auch möglich, alle Unreinheiten zu beseitigen, allein durch Pranayama. Es dauert aber länger. Das sagt er, nachdem er die Shatkriyas dargelegt hat, denn dem Swatmarama ist es so gegangen wie den heutigen Yoga-Meistern und Lehrern, wenn sie über die Kriyas sprechen, die meisten sind nicht die Enthusiasten diesbezüglich. Deshalb sagt er: „Ja, ihr könnt auch einfach nur Pranayama machen, das reinigt auch genügend.“ Aber es gibt manche Menschen, die sind eben nicht so gesund und ich finde das immer paradox, dass Leute dann weniger Probleme haben, Ärzte zu haben, die Operationen machen und mehr Probleme haben, ein bisschen Salzwasser zu trinken und auszuspeien. Was machen Menschen alles, wenn sie irgendwelche Magen-Darm-Geschichten haben und diese Röhre und jene Röhre und alle möglichen Schläuche von hinten und vorne und was weiß ich, was alles. Und ab einem gewissen Alter ist das ja auch nicht falsch, mal irgendwo alle fünf bis zehn Jahre nachgucken zu lassen, ob da irgendein beginnender Krebs ist, wobei das umso seltener ist, je weniger tierische Produkte man zu sich nimmt. Aber statt andere einen Schlauch einführen zu lassen – oder zusätzlich dazu – macht man die anderen Sachen und dann wird man sehr viel weniger häufig krank. Und eine Sache, wenn irgendeine Krankheit da ist, kann man als erstes an die Kriyas denken.

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Möge ich Gutes bewirken

asana11Also, in diesem Sinne, wir müssen uns manchmal zur Wehr setzen und manchmal muss man strikt sein, manchmal muss man streng sein, aber Maha Vrata, dennoch mit Einfühlungsvermögen und letztlich auch im Bewusstsein: „Möge ich Gutes bewirken.“ Natürlich heißt das auch, dass wir versuchen, soweit es möglich ist, mit jedem Menschen, mit dem wir zu tun haben, wirklich einfühlsam umzugehen, mit Liebe umzugehen, auch wenn es mal strenge Liebe sein kann. Es kann auch hilfreich sein, dass wir uns bewusst machen, dass jeder, mit dem wir zu tun haben, schlicht und ergreifend ein Mensch ist. Selbst der Steuerprüfer ist ein Mensch. Selbst der Polizist, der einem gerade einen Knollen gibt, ist ein Mensch. Selbst der, der gerade die Schlange schneidet und sich vordrängt beim Buffet, ist ein Mensch. Der, der in der Mittagspause plötzlich anfängt, den Schlagbohrer zu nutzen – obgleich hier im Haus gilt, von 12:30 Uhr bis 14:30 Uhr Schlagbohrerverbot – der ist auch ein Mensch. Und ich glaube, ihr kennt andere Situationen, wo es schwieriger ist, wo der Chef einen entlässt, wo der Hauseigentümer wegen Eigenbedarf kündigt. Auch das sind Menschen und das können wir als Maha Vrata dort haben. Und natürlich können wir auch sagen: „Ich will auch, was auch immer ich mache…“ Und bei Entscheidungen auch überlegen: „Wie kann ich meine Talente zum Wohl anderer am besten einsetzen?“ Weniger im Sinne nur, „was brauche ich“, sondern mehr: „Wie kann ich meine Talente zum Wohl anderer einsetzen?“ Das kann manchmal heißen, dass man etwas macht, wo man weniger Geld bekommt. Das kann manchmal heißen, dass man etwas hat, wo man sich ein bisschen mehr aus einer Sicherheit heraus begibt usw. Es kann aber auch heißen, dass es halb manche gibt, die besonders von einem abhängen finanziell und dass man dann sagt: „Für die habe ich ein besonderes Karma und Dharma und Verantwortung und dann ist das eben das Wichtigste und dann muss ich halt dafür sorgen, dass genügend Geld nach Hause kommt.“ Wir können es eben machen für andere. Natürlich muss man es auch so machen, dass man das langfristig durchhält. Es nutzt auch nichts, wenn man jetzt sagt, das können jetzt viele gebrauchen, aber man hält es nicht mehr aus und dann ist man irgendwann im Burnout und dann kann man nicht mehr so vielen Leuten helfen. Aber dann ist vielleicht die Lektion, anzunehmen, irgendwo die Hilfe anderer mal anzunehmen. Insofern kann man auch sagen, man sorgt für sich selbst, um für andere sorgen zu können. Man kümmert sich um sich selbst, um langfristig Gutes bewirken zu können. All das gehört zum Maha Vrata dazu. Und zusätzlich zum Maha Vrata gibt es den so genannten Laghu Vrata, den kleinen Vorsatz, wo man sagt, man macht jeden Tag mindestens eine gute Handlung, die nicht selbstverständlich ist, wo man so eine kleine Anstrengung vielleicht machen muss, die nicht ganz so natürlich kommt. Natürlich, es sei denn, ihr sein ein Heiliger, da kommen sowieso immer nur natürliche, freundschaftliche Handlungen. Was auch immer es ist, es kann auch einfach nur ein Lächeln sein, es kann jemandem zuhören sein, es kann sein, dass man gerade in Eile ist und man sieht, wie irgendjemand was braucht. Aber so, Pfadfindermotiv ist eine gute Sache, jeden Tag eine gute Handlung.

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Disziplin in der Yogalehrer Ausbildung

sukadev7Ich kann mich mal an eine Yogalehrerausbildung erinnern, vier Wochen Intensivkurs, die ich geleitet hatte, das war im Westerwald. Das war so ein Sommer, wie wir die letzten Tage hier hatten, nur die ganzen vier Wochen. Und da gab es dann so eine Teilnehmerin und die hat gesagt – irgendwo, eines Morgens war sie nicht zur Morgenmeditation gekommen, und man hat sie irgendwo gesehen, wie sie dann draußen entlanggegangen ist. Da habe ich gesagt: „Du musst schon im Satsang sein.“ Und dann hat sie mir so gesagt: „Ja, es ist doch so schönes Wetter.“ Sie wäre Gott viel näher, wenn sie in der Natur wäre und spazieren gehen würde als dort jetzt um 06:00 Uhr morgens mit sechzig oder achtzig anderen Leuten dort zu sitzen. Das konnte ich voll nachvollziehen, das habe ich voll verstanden. Dennoch habe ich ihr gesagt: „Ja, das kann ich gut nachvollziehen. Und wenn du willst, kannst du ja in die Yogaferienwoche wechseln, das geht ja. Dann kannst du morgens spazieren gehen und abends in den Satsang kommen und dann kannst du mitmachen so viel und wenig, wie du machen willst, nur eine Yogastunde und einen Satsang am Tag musst du mitmachen, ansonsten kannst du machen, wie du es für richtig hältst. Jetzt sind wir aber in einer Yogalehrerausbildung und wenn du am Ende ein Zertifikat haben willst, musst du dich daran halten.“ Zuerst war sie mir furchtbar sauer, denn die wollte unbedingt das Zertifikat haben. Aber sie wollte machen, was sie wollte. Ich musste strikt sein. Oder ein anderes Beispiel in der Art: Irgendwann mal bin ich mal am Dienstagabend, freier Abend, Pizzaessen gegangen. Und dann war in der Pizzeria ein anderer Teilnehmer von der Yogalehrerausbildung, rauchend. Mein wunderschöner freier Abend war vorbei. Es hat mir furchtbar um ihn leidgetan, aber ich musste ihm sagen: „Das geht nicht. Du musst die Woche wiederholen.“ Oder damals war es noch üblich, man musste die ganze Ausbildung wiederholen. Der war mir erst furchtbar böse, die ganze Zeit hätte er es geschafft, nur jetzt sei es nicht gegangen. Wobei ich da schon bemerkt hatte, dass dort die an der Bar, schon ein bisschen ihn schräg angeguckt hatte. Und dann habe ich gesagt: „Nein, das spielt keine Rolle.“ „Wenn du nicht vorbeigekommen wärst, dann wäre es niemandem aufgefallen.“ Da habe ich gesagt: „Stimmt, aber es tut mir schrecklich leid, aber ich bin vorbeigekommen. Jetzt muss ich meine Pflicht tun.“ Und dann haben wir noch darüber gesprochen, wie er das das nächste Mal machen kann. Und dann haben wir irgendwo ausgemacht, wenn er das nächste Mal kommt – wir haben auch gesagt, „du brauchst das nächste Mal nichts zu bezahlen, da wiederholst du einfach die ganze Geschichte“. Nachher hat er mir noch sein Leid geklagt, seit Jahren versucht er, von den Zigaretten loszukommen und es hat noch nicht funktioniert. Und eigentlich hätte er ja die vier Wochenausbildung am Stück deshalb gebucht, um davon endlich mal loszukommen und es täte ihm jetzt auch so schrecklich leid, dass es wieder nicht gegangen ist. Und so habe ich ihm dann noch zusätzlich dann gesagt: „Gut, beim nächsten Mal soll er mir versprechen, er verlässt den Ashram nicht alleine, nur mit jemand anderes, und nur mit jemand anderes, bei dem er vorher sich vergewissert hat, dass der schon mindestens ein paar Jahre weder raucht noch trinkt. Und der kam dann auch ein halbes Jahr später, hat das dann auch gemacht, hat mich gleich fröhlich begrüßt und hat mir gesagt: „Dieses Mal schaffe ich es.“ Und er hat es tatsächlich geschafft und er hat mir nachher noch gesagt, er wäre so dankbar, dass ich so strikt gewesen wäre bei der Yogalehrerausbildung, jetzt hätte er es geschafft. Und der wurde dann später auch ein Seminarleiter und ist bis heute als Seminarleiter hier bei Yoga Vidya tätig.

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Kraft und Inspiration von Meistern/innen

3eMir ist zum einen aufgefallen, wenn der Swami Vishnu mit irgendjemandem zu tun hatte, irgendwie, der hatte schon auch etwas. Der Swami Vishnu war auch jemand, der gerne noch mit Menschen gesprochen hat. Also, ich habe ihn erlebt, wie er zum Taxifahrer gesprochen hatte, dem es irgendwo nicht so gut ging. Er hat sich mit ihm unterhalten und zum Schluss hat der Taxifahrer über beide Ohren gestrahlt. Ich war einmal mit dem Steuerberater vom Swami Vishnu dort, der hat so erzählt: „Wir haben beide angefangen 1957/58, ich war frisch von einem anderen Steuerberatungsunternehmen, habe mich selbstständig gemacht, Einmannunternehmen. Swami Vishnu hat gerade das Zentrum in Montreal aufgemacht und jetzt hat Swami Vishnu eine internationale Organisation und meine Steuerberatungsfirma – heute würde man sagen, Wirtschaftsberatungsfirma – mit mehreren Tausend Angestellten, international tätig.“ Und er hat gesagt, so seinen Erfolg zieht er auch darauf zurück, dass er mit Swami Vishnu zusammengearbeitet hatte. Von der ganzen Spiritualität könnte er nicht viel dazu sagen, hätte er nie die Zeit und das Interesse gehabt, sich damit zu beschäftigen. Aber mit Swami Vishnu zusammen zu sein, das war immer eine Herausforderung. Und es war immer etwas, wo er neue Kraft bekommen hat und neue Inspiration. Und ihm sei auch aufgefallen, der Swami Vishnu hätte ja durchaus einige Gerichtsprozesse geführt, die gegnerischen Anwälte sind meistens danach irgendwo, haben dann Reputation gewonnen und die haben zum Teil auch eigene größere Rechtsfirmen. Das wäre interessant gewesen, selbst die Gegner vom Swami Vishnu, die seien alle irgendwo in ihrer Persönlichkeit vorangekommen. Und das sei das Faszinierendste, das er mir über Swami Vishnu erzählen konnte, kein Mensch konnte mit Swami Vishnu zusammen sein, ohne in seiner Persönlichkeit zu wachsen. Gut, das war die Art und Weise, wie Swami Vishnu eine positive Kraft war im Leben von jedem Menschen, mit dem er zu tun hatte, im Kleinen, wie auch im Großen. Jetzt muss das bei euch nicht so sein, dass ihr auf die gleiche Weise eine positive Kraft seid, aber ihr könnt euch das vornehmen und ihr könnt darum bitten. Und im Einzelfall kann man sich vornehmen, innerlich davon auszugehen, jeder Mensch, mit dem man zu tun hat, meint es gut, mit jedem Menschen können wir verständnisvoll umgehen. Und selbst wenn man sich mal zur Wehr setzen muss, kann man trotzdem den Menschen tief verstehen.

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Karma Yoga – Dienen mit Liebe

swami sivananda39Spirituelle Praxis, Teil 7: Karma Yoga – Dienen mit Liebe

Einer der wichtigen Wege im Yoga ist auch Karma Yoga. Karma Yoga hat viele verschiedene Aspekte, wie ihr wisst. Ein Aspekt, und als solcher wird er in der Bhagavad Gita hauptsächlich erst mal gesehen, ist, sein Karma anzunehmen, das zu tun, was zu tun ist, seine Aufgaben zu erledigen, verhaftungslos handeln, wunschlos handeln, nicht an den Früchten hängen, nicht an den Ergebnissen hängen, nicht an der Handlung an sich hängen. Und das zu verstehen, dauert lange, es umzusetzen, dauert noch länger, und vollständig umsetzen können wir es erst dann, wenn wir selbstverwirklicht sind. Swami Venkateshananda hat mal gesagt, alles, was Krishna in der Bhagavad Gita so empfiehlt, geht nur dann, wenn man selbstverwirklicht ist. Aber sich darum zu bemühen hilft, die Selbstverwirklichung zu erreichen. Es gibt einen anderen Aspekt vom Karma Yoga, der mit diesem Aspekt auch zusammenhängt, das ist der Vorsatz, Gutes zu bewirken und sein Leben einzusetzen, um Gutes zu bewirken. Und da gibt es den so genannten Maha Vrata und Laghu Vrata. Maha heißt großartig und Laghu heißt dann logischerweise klein. Maha Vrata hieße, wir fassen den festen Vorsatz: „Möge ich eine gute Kraft im Leben aller Menschen sein, mit denen ich zu tun habe.“ Ein großer Vorsatz, oder? Und Laghu Vrata heißt: „Möge ich jeden Tag eine gute Tat machen.“ Und beide zusammen sind wichtig. Die eine ist, sich vorzunehmen: „Ich will mein Leben widmen zum Wohl anderer. Möge ich Gutes bewirken.“ Und man kann soweit eben gehen, dass man sagt: „Möge ich eine positive Kraft im Leben aller Menschen sein.“ Was nicht heißt, dass man immer nur freundlich zu allen ist. Ich bin ja Schüler von Swami Vishnudevananda, ich habe zwölf Jahre in seinen Zentren gelebt, war eine Weile sein persönlicher Assistent, habe ihn praktisch die ganzen Jahre jedes Jahr normalerweise zwei Monate irgendwo gesehen, mindestens einen Monat bei einer Yogalehrerausbildung, wo ich mit unterrichtet hatte, übersetzt hatte, und typischerweise nochmal ein paar Wochen sonstiges Karma Yoga im Ashram und er kam dann zum Zentrum, uns besuchen zum Seminar. Und Swami Vishnu war durchaus auch jemand, der mal für die gerechte Sache kämpfen konnte. Er konnte auch mal schimpfen, er hatte auch mehrere Gerichtsprozesse immer gehabt. Die ganze Zeit, wo ich ihn kannte, gab es immer ein paar Gerichtsprozesse, die dort auch gelaufen sind. Nicht eingehaltene Baugenehmigung und dann irgendwo ging es um Gemeinnützigkeit,  zum Teil jahrelang, und zum Teil irgendjemand, der nicht gut fand, dass da irgendein Yoga-Ashram direkt daneben war, oder irgendwann sind mal versehentlich ein paar Bäume zu viel abgeholzt worden, das war auf einem anderen Grundstück. Und so in der Art gab es dann immer irgendetwas.

Dies ist der 44. Beitrag zum Thema „Spirituelle Praxis“. Aus einer unbearbeiteten Mitschrift eines Sprituellen Retreats mit Sukadev Bretz im  Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Mehr Informationen:

Spirituelle Feste feiern

ab56So haben wir das ja auch bei Yoga Vidya, wir zelebrieren Feiertage. Und auch an Ostern werden wir so ein Osterritual haben. Jetzt nicht so groß – wer großen Bezug zum christlichen Osterfest hat, wird das vermutlich eher in der Kirche begehen, was man ja auch hier machen kann. Ihr könnt auch hier sein und in den Gottesdienst gehen, in den katholischen, evangelischen Gottesdienst, das ist zu Fuß in fünfzehn bis zwanzig Minuten zu erreichen. Oder in unserer Tradition Shivaratri, praktisch in die ähnliche Zeit wie Fastnacht läuft das meistens hinaus. Die ganze Nacht, wo man wach bleibt und „Om Namah Shivaya“ rezitiert. Dann gibt es im Sommer Guru Purnima und Krishna Jayanthi. Und im Herbst gibt es dann Navaratri, das Fest der göttlichen Mutter, und Diwali, das Lichterfest. Und Großfeiern wären Weihnachten und Silvester/Neujahr. Also, bedeutsame Rituale sind dann auch hilfreich. Gut, Dasya ist dann mehr der Alltag, da sprechen wir etwas mehr darüber, wenn ich etwas über Karma Yoga spreche. Und Sakya beinhaltet all das, wir wollen zu einer Nähe Gottes kommen, dass wir irgendwo uns freundschaftlich verbunden fühlen mit Gott, vertraut sind mit Gott, und irgendwann erfahren: „Atma Nivedana. Letztlich, mein eigenes Selbst ist eins mit Gott.“ Also, besondere Aufgabe, praktiziert besonders Smarana und Vandana, im Sinne von, immer wieder vergegenwärtigt euch Gott. Ihr könnt auch überlegen: „Wie ist eigentlich meine Beziehung zu Gott?“ Das ist auch eine Form von Smarana, so ein bisschen auch nachdenken: „Habe ich überhaupt eine Beziehung zu Gott? Hatte ich mal eine tiefere oder würde ich gerne eine haben? Oder will ich es eher abstrakt haben, im Sinne von Staunen?“ Und dann genießt die Schönheit und genießt den Geschmack. Krishna sagt: „Ich bin der Geschmack im Essen. Ich bin der Geschmack im Wasser. Ich bin die Schönheit in der Blume. Ich bin die Schönheit im Berg. Ich bin die Kraft in jedem Menschen. Ich bin die Klugheit in den Klugen. Ich bin die Liebe in den Liebevollen.“ Und als solches können wir Gott, Smarana, uns daran erinnern, und Vandana, Ehrerbietung erweisen.

Hari Om Tat Sat

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