Verehrung Gottes

swami s5Da gibt es irgend so eine Schrift, die das behauptet. Also, selbst der größte aller Adwaita Vedantins den es gab, konnte voller Ekstase Gott verehren in verschiedenen Formen. Dann kommt noch etwas dazu. Also, wir haben Bhakti und Jnana, und dann bleibt aber noch Raja Yoga. Raja Yoga, könnte man sagen, ist bewusste Bemühung. Raja heißt ja auch Herrschaft, Meisterschaft, Beherrschung. Raja heißt ja wörtlich König. Und so gilt es, wir müssen uns auch bemühen. Aber wir müssen uns bemühen und wir müssen auch loslassen. So wie es heißt, spirituelle Verwirklichung ist eigene Anstrengung und es ist Gnade. Und Paramahamsa Yogananda hat mal gesagt: „Spiritueller Fortschritt ist zu deinem Drittel eigene Bemühung, zu einem Drittel Gnade Gottes und zu einem Drittel Gnade des Gurus, des Meisters.“ In der Bhagavad Gita steht jetzt über die Gnade des Meisters wenig drin, muss man sagen. Im Yoga Sutra auch nicht. Diese große Betonung, die es in Indien gibt, über die Meister, ist erst in späterer Zeit gekommen und vermutlich über das Tantra, wo der Meister eine sehr große Rolle spielt, wo es auch in die Einweihung usw. geht. Aber wir finden auch natürlich in den Upanishaden die Schüler, die zum Meister gehen und der Meister lehrt sie. Wir finden die Rishis, die instruiert haben. Und wir finden die Geschichten, wie sogar der Indra, der König der Götter, zu Prajapati, eine Manifestation von Brahma, in die Lehre gegangen ist, um den Weg zum Glück zu erfahren und zur Selbsterkenntnis zu kommen. Es gilt also, uns zu bemühen. Es gilt, uns zu öffnen zu göttlicher Gnade. Es gilt, uns zu öffnen zur Gnade des Meisters. Swami Vishnu wurde mal gefragt, Paramahamsa Yogananda hätte gesagt, es sei ein Drittel eigene Anstrengung, ein Drittel göttliche Gnade, ein Drittel Gnade des Meisters, ob das stimmen würde. Und der Swami Vishnu hat gesagt: „Nein. Es ist Hundertprozent eigene Anstrengung, es ist Hundertprozent Gnade Gottes und Hundertprozent Gnade des Meisters.“ Das ist natürlich jetzt eine mathematische Unmöglichkeit, was es aber heißen soll, ist volle eigene Anstrengung und volles Öffnen für Hingabe, sowohl des Lehrers, wie auch volle Hingabe zu Gott. Nicht, dass wir im Vertrauen darauf, dass es nur ein Drittel eigene Anstrengung ist, nicht nur halbherzig, sondern drittelherzig uns bemühen. Und im Vertrauen, dass es ja zum Drittel Gnade Gottes ist, also nur zu einem Drittel Hingabe üben, sondern wir bemühen uns. Zum einen können wir uns bemühen, um diese Jnana Yoga Viveka Vicharya, wir können uns zum anderen bemühen um die Hingabe und natürlich, wir können uns bemühen, all das, was mit Raja Yoga zusammenhängt, ein sattviges Leben führen, Asanas, Pranayama zu üben, zu meditieren usw., mit unserem Geist besser zurechtzukommen, unser Unterbewusstsein zu reinigen und so an diesem Körper-Geist-Kontinuum zu arbeiten. All das ist eine gewisse Bemühung.

Dies ist der 37. Beitrag zum Thema „Spirituelle Praxis“. Aus einer unbearbeiteten Mitschrift eines Sprituellen Retreats mit Sukadev Bretz im  Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Mehr Informationen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.