Höchste Verwirklichung

shankaraShankara sagt, die höchste Verwirklichung kommt nicht aus eigener Anstrengung, es braucht auch dort Gnade. Genauso auch, selbst Bhakti heißt auch, wir müssen Gnade Gottes haben. Wie wollen wir die höchste Hingabe entwickeln? Wir stehen morgens auf und sagen: „Heute will ich vollständige Hingabe haben.“ Und dann? Es ist gut, es sich vorzunehmen, es ist gut, zu überlegen: „Wie kann ich es machen?“ Es gibt viele Techniken, die es machen können, dafür gibt es ja die neun Formen von Bhakti, was wir praktizieren können, aber ob sie wirklich dann kommt und wie stark sie kommt, liegt nicht mehr in unserer Hand. So ist es auch eine Gnade, dass wir Hingabe üben können und wirklich Gottes Liebe erfahren können. Sogar eigene Anstrengung machen zu können, auch das ist Gnade. So gibt es eine Schrift, die sagt, Gnade manifestiert sich in vermehrter eigener Anstrengung. Und durch eigene Anstrengung können wir mehr Gnade haben. Und durch Gnade kommen wir zu Wissen, durch Gnade kommen wir zu Bhakti. Wir fangen mit etwas an und dann öffnen wir uns. Was auch heißen kann, es ist zwar wichtig, vollständige eigene Anstrengung zu haben mit ganzem Herzen, aber wir wissen, es liegt nicht nur an uns. Und deshalb sollten wir danach loslassen und hoffen auf Gnade. Und wenn sie nicht gleich kommt, dann gehen wir auch davon aus, anscheinend hat Gott noch etwas mit uns vor, was nur ohne diese Verwirklichung geht. Das ist auch ok. Und dann wieder die Sehnsucht  steigern, sich dafür wieder öffnen, an sich selbst arbeiten und hoffen, da kommt vielleicht eine gewisse Gnade und dann denkt man: „Ah, fast. Bitte Gott, mehr.“ Und in dem Moment ist es wieder weg. Aber etwas bleibt. Wir haben es erfahren. Wir haben Gottes Liebe erfahren. Wir haben Gottes Segen erfahren. Wir haben die Verbundenheit erfahren. Auch wenn sie jetzt erst mal nicht da ist, wir wissen es: „Es gibt Gott oder es gibt Brahman und jetzt habe ich wieder etwas Karma zu erledigen und das tue ich dann und parallel bitte ich, Oh Gott, bitte, lasse mich Dich erfahren.“

Hari Om Tat Sat

Dies ist der 38. Beitrag zum Thema „Spirituelle Praxis“. Aus einer unbearbeiteten Mitschrift eines Sprituellen Retreats mit Sukadev Bretz im  Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Mehr Informationen:

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