Erweitertes Seinsgefühl

swami s5So können wir immer dankbar sein, wenn irgendwas kaputtgeht oder wir irgendetwas verlieren, mit dem wir uns identifizieren. Warum? Wir werden drauf geschubst. Und dann können wir darüber lächeln: „Ah, da war ich identifiziert. Ah, da habe ich gedacht, es müsste ewig sein. Ah, da habe ich gemeint, meine Freude hängt von externen Dingen ab. Und jetzt bin ich dankbar, dass mir das Schicksal gezeigt hat, so ist es nicht.“ Das ist sehr praktikabel und sehr machtvoll. Jetzt wird es noch etwas schwieriger. Wir können uns nämlich nicht nur identifizieren mit Dingen und ich hoffe, dass für euch das Loslassen von Dingen nicht so schwierig ist. Obgleich, ich habe das schon öfters erlebt, z.B. irgendjemand hat mal auf einem Instrument von jemand anderes gespielt. Und der ist auf den zu gerannt voller Zorn: „Wie kannst du das machen? Man darf nicht auf einem Instrument spielen, da muss man erst sich lange darauf einstimmen.“ Und da war offensichtlich eine starke Identifikation mit dem Instrument. Trotzdem, ich hoffe, ernsthafte Aspiranten haben nicht so viel Schwierigkeiten, sich bewusst zu machen bei Dingen, „da ist meine Identifikation“ und können mindestens darüber lächeln, auch wenn es immer noch wehtut. Versteht ihr, was ich meine? Und können es doch irgendwo sehen, wenn etwas verlorengeht: „Da war meine Identifikation.“ Sollte jemand von euch jemals etwas Geld gehabt haben und es vielleicht die letzten drei Jahre verloren haben auf dem Aktienmarkt, könnt ihr auch sehen, wie weit habt ihr euch identifiziert? Wie weit habt ihr eure Sicherheit aus dem Geld bekommen? Und wie seid ihr damit umgegangen? Oder habt ihr festgestellt: „Ja, ich habe doch ein erweitertes Seinsgefühl aus Geld bezogen und jetzt habe ich mich irgendwo in meiner Freiheit eingeschränkt gefühlt, denn weniger Geld heißt weniger Freiheit und Sicherheit.“ Aber die Freiheit und Sicherheit kriegen wir nicht über Besitz, sondern Freiheit und Sicherheit kriegen wir über Brahman, Atman.

Dies ist der 10. Beitrag zum Thema „Spirituelle Praxis“. Aus einer unbearbeiteten Mitschrift eines Sprituellen Retreats mit Sukadev Bretz im  Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Mehr Informationen:

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