Spirituelle Praxis, Teil 2: Wege zur Erkenntnis

swami sivananda51 „Ehrerbietung dem Unendlichen, dem Ewigen. Ehrerbietung diesem Göttlichen, welches uns entgegentritt in Tausenden von Namen, Tausenden von Gestalten, auf Tausenden von Weisen. Ehrerbietung diesem Göttlichen, welches in Wahrheit meine Seele ist. Ehrerbietung diesem Göttlichen, welche die Essenz des Universums ist.“

Im Jnana Yoga gibt es die drei großen Sätze des Shankara, welche das ganze Vedanta zusammenfassen und die einige von euch schon sehr häufig gehört haben. Und es ist immer wieder gut, sich darauf zu besinnen. Diese drei Sätze heißen: „Brahma satyam. Jagan Mithya. Jivo brahmaiva na’parah.“ Brahma satyam heißt, Brahman allein ist wirklich. Jagan mithya, die Welt, wie wir sie wahrnehmen ist Täuschung. Jivo brahmaiva na’parah. Das Individuum, Jiva, ist nichts anderes, na’parah, na – nichts, aparah – anderes, als Brahman, Brahma allein, aiva. Man kann sagen, darin steckt alles. Brahma satyam – Brahman allein ist wirklich. Jagan mithya – die Welt, wie wir sie wahrnehmen, ist unwirklich. Und das Selbst ist in Wahrheit Brahman. Daraus gibt es dann die so genannten Vivekas. Es gibt die Satya-Asatya-Viveka, die Unterscheidung zwischen dem Wirklichen und dem Unwirklichen. Es gibt die Nitya-Anitya-Viveka, die Unterscheidung zwischen dem Ewigen und dem Vergänglichen. Es gibt die AnandaSukha-Viveka, die Unterscheidung zwischen Freude und Vergnügen. Und es gibt die Unterscheidung zwischen Atma-Anatma-Viveka. Und je nach Geschmack kann man… Also Atma-Anatma-Viveka, die Unterscheidung zwischen dem Selbst und dem Nicht-Selbst. Es gibt jetzt natürlich verschiedene Yogawege. Heute Morgen habt ihr etwas gehört über Mantra-Rezitation. Und Mantra-Rezitation ist eine Mischung letztlich aus Bhakti Yoga, Hingabe zu Gott, und Kundalini Yoga, Energien erzeugen über Kraft des Klanges. Und jetzt bei der Meditation eben war es auch eine Mischung aus Mantra Yoga und Kundalini Yoga. Aus dem Kundalini Yoga sowohl Atem wie auch Mantra. Und das Ganze verbunden mit Hingabe zu Gott ist Bhakti Yoga. Und es gibt aber den anderen Yogaweg, das ist der Jnana Yoga Weg. Und der Jnana Yoga Weg, da geht es darum, zu erkennen: „Wer bin ich? Was ist wirklich? Was ist unwirklich? Was ist ewig? Was ist vergänglich? Und was ist wahre Freude und was ist Vergnügen?“ Im Jnana Yoga wird also gesagt, es gibt eine allumfassende Wirklichkeit, nämlich Brahman. Es gibt nur diese eine höchste unendliche Wirklichkeit. Die Welt, wie wir sie wahrnehmen, ist Mithya. Und dann gibt es unterschiedliche Interpretationen. Es gibt diejenigen, die sagen, die Welt insgesamt ist eine Illusion, und die anderen sagen, nur wie wir sie wahrnehmen, als von uns getrennt und in Zeit und Raum ein sich entfaltendes Universum und als scheinbar materielles Universum, so ist sie unwirklich. Aber man kann auch sagen, die ganze Welt ist eine Manifestation von Brahman. Also hier dieses Jagan Mithya, da gibt es unterschiedliche – wie können wir sagen – Sichtweisen. Und das Individuum, also jeder einzelne, jeder von sich kann sagen: „Ich selbst bin nichts anderes als Brahman.“

Dies ist der … Beitrag zum Thema „Spirituelle Praxis“. Aus einer unbearbeiteten Mitschrift eines Sprituellen Retreats mit Sukadev Bretz im  Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Mehr Informationen:

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