Der Geist produziert ununterbrochen Gedanken

1doUnd dann kann man das einfach interpretieren als Vorschlag des Geistes und als wohlmeinender Vorschlag des Geistes. Unser Geist ist ja nicht bösartig. Der fängt an, irgendwas zu produzieren. Unser Geist, kann man auch weiter sehen: „Ja, so wie der jetzt gerade reagiert, altes Muster.“ Menschen haben so viele Muster, die sie in der Kindheit gelernt haben. Und dann kann man sagen: „Ok, danke für diesen Vorschlag, beruhend auf alte Erfahrung, abgelehnt.“ Man könnte auch noch überlegen: „Welche anderen Möglichkeiten gibt es?“ Dann kann man sagen: „Ok, und das mache ich jetzt.“ Tapas. Dann entscheidet man: „Ich werde das und das jetzt tun.“ Und Tapas heißt schon auch Hitze und Tapas heißt auch, es auszuhalten, dass der Rest des Geistes das nicht will. Tapas heißt, es gerade dann zu machen, wenn es schwer fällt. Und hier muss man manchmal auch sich selbst einen Tritt in den Hintern geben – übrigens Hintern, sitzt von Muladhara Chakra, da ist die Kundalini Shakti – also, Tritt in den Hintern heißt auch, sich mit Shakti zu verbinden und die göttliche Mutter um Segen bitten. Es ist also nicht nur etwas Himsamäßiges, sondern wir können das sehr gut spiritualisieren und dann tun wir das. Und manchmal wird man feststellen, man kann es irgendwie nicht richtig verstehen, man kann auch nicht selbst aktiv werden, dann machen wir Ishvara Pranidhana: „Oh Gott, ich verstehe das nicht. Und ich kriege es auch nicht hin. Bitte, Dein Wille geschehe.“ Man kann auch sagen: „Oh Gott, hier stehe ich, ich kann nicht anders.“ Und jetzt nicht wie Martin Luther, der das als heroische Tat gesehen hat, sondern in diesem Sinne können wir sagen: „Ich kriege es nicht hin, was will ich machen?“ Dann sagen wir: „Oh Gott, Du bist hinter allem, Du bist auch das Bewusstsein hinter diesem Körper und Geist. Und wenn ich es nicht selbst hinkriege, dann gehe ich halt davon aus, Du willst halt, dass ich es nicht hinkriege. Also, ich lasse jetzt los, auch wenn ich jetzt weiß, ich begehe eine Dummheit, ich kann es nicht anders machen. Also, Deine Schuld.“ So wie Krishna sagt: „Sarva-dharman parityajya mam ekam saranam vraja. Im Endeffekt, gib alles auf, ob du es richtig oder falsch machst, gib alles Mir hin. Ich werde dich von allen Sünden befreien und von allen Fehlern befreien, sorge dich nicht.“ Allerdings, kurz danach sagt noch Krishna: „Erzähle das nicht irgendjemandem, der sich nicht bemüht, an sich zu arbeiten. Erzähle solche Sachen nicht jemandem, der sich nicht bemüht, anderen Gutes zu tun und das Gute in der Welt zu bewirken. Erzähle das niemandem, der nicht Gott hingegeben ist.“ Sonst ist es eine anarchistische Aussage. „Mache, was dir in den Geist kommt, bringe es Gott dar, es gibt keine Probleme.“

Dies ist der 58. Beitrag zum Thema „Spirituelle Praxis“. Aus einer unbearbeiteten Mitschrift eines Sprituellen Retreats mit Sukadev Bretz im  Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Mehr Informationen:

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