Der Geist will alle möglichen Dinge

ab39Der Geist denkt ununterbrochen, worüber man nachdenken muss. „Was denkt der von mir? Was passiert, wenn…? Und wenn jetzt der andere das und das macht, was passiert dann? Und wenn das passiert, was passiert als nächstes? Und wenn das passiert, was passiert dann.“ Und so können wir uns alle möglichen wunderbaren Katastrophenszenarien ausmalen oder alles Mögliche, was wir noch machen könnten, statt das, was wir jetzt machen. Je nachdem, es gibt ja manche Menschen die haben so einen Katastrophenszenarien-Ausmalungsgeist. Manche haben den Hypothesen entwerfen, was andere Menschen denken, Geist. Manche haben den kreativen Geist, was man noch alles machen könnte, statt das, was jetzt gerade anliegt. Und manche Menschen, die besonders gesegnet sind, haben alle drei zusammen. Manche haben den Grübeln über die Vergangenheit Geist usw. Und zunächst mal, können wir jetzt mit all dem auf verschiedene Weisen umgehen, aber zunächst mal ist es hilfreich, zu sagen, all das, was der Geist dort alles uns denken lässt, im Grunde genommen sind das alles nur Vorschläge, die unser Geist macht. „Ich könnte ja daran denken.“ Und dann fängt der gleich an, loszulegen. Wir können aber auch sagen: „Stopp!“ Wir können unseren Geist sagen: „Danke für den Vorschlag, diesen Gedankengängen zu folgen, abgelehnt. Atha, jetzt liegt das an.“ Und in dem Moment, wo wir konzentriert bei dem sind, was jetzt anliegt, in dem Moment ist, Tada Drastuh Svarupe Vasthanam, in dem Moment sind wir unserer wahren Natur nahe. Und unsere wahre Natur ist Satchidananda. Da fühlen wir uns lebendig. Sat kann man auch als Lebendigkeit in einem relativen Sinn verstehen. Chid, da sind wir bewusst. Irgendwo ist auch Freude dann dabei, Ananda. Das ist dabei. Und öfters mal können wir dann unserem Geist sagen: „Atha Yoga, jetzt. Und danke für deine Vorschläge, aber abgelehnt. Jetzt konzentriert hier.“ Kurz danach kommt er: „Aber…“ „Danke für den Vorschlag, abgelehnt.“ Im zweiten Kapitel beginnt Patanjali – eigentlich jedes Kapitel vom Yoga Sutra ist irgendwo in sich geschlossen. Man könnte das zweite Kapitel studieren, ohne das erste zu kennen. Man könnte auch das dritte studieren, ohne die anderen beiden zu kennen. Man kann sogar das vierte Kapitel studieren, ohne die anderen zu kennen. Das ist eigentlich das Faszinierende, es ist Sutra, es ist ein Leitfaden, es ist nicht wirklich logisch aufeinander aufgebaut. Das ist was, was auch eine Schönheit hat, man kann also durchaus immer wieder mit einem Kapitel beginnen, man kann auch wild beginnen. Dennoch, natürlich, wenn man die verschiedenen Kapitel kennt, fällt es leichter. Das zweite Kapitel fängt an mit dem so genannten Kriya Yoga. Und der sagt, Kriya Yoga ist – ich drehe jetzt die Reihenfolge etwas um, weil ich meine, es ist etwas praktikabler – Svadhyaya, Tapas und Ishvara Pranidhana.

 

Dies ist der 55. Beitrag zum Thema „Spirituelle Praxis“. Aus einer unbearbeiteten Mitschrift eines Sprituellen Retreats mit Sukadev Bretz im  Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Mehr Informationen:

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