Die Welt mit den Augen eines anderen zu sehen

swami sivananda38Die Welt mit den Augen eines anderen zu sehen

Seid euch bewusst, manches könnte ähnlich sein, wie es andere auch sehen, und manches ist anders. Und dann kann man mit all dem gelassener und heiterer umgehen. Und manchmal kann man über sich selbst lachen und manchmal kann man mitfühlend anderen zulächeln, die in ihrer eigenen Konstruktion drin sind. Aber man sollte vorsichtig sein, zu viel über die Konstruktion von anderen zu lächeln, denn man steckt in seiner eigenen Konstruktion. Aber je mehr man mitfühlend lächelnd zu seinen eigenen Konstruktionen sein kann, umso leichter fällt es zu anderen Konstruktionen. Und dann fällt es auch leichter, mit anderen Menschen umzugehen. Man lernt, sich in die Welten anderer hineinzuversetzen und das ist auch ein schönes Jnana Yoga Sadhana. Die Welt mit den Augen eines anderen zu sehen, das empfiehlt ja Patanjali im 3. Kapitel des Yoga Sutra. Und je mehr wir lernen, wie andere die Welt sehen, umso mehr können wir lernen, unsere eigene Weltsichtweise ist nicht so ganz korrekt. Und als zusätzliche Übung, Brahma satyam, hinter allem ist Brahman. Zwischendurch versucht, das Göttliche in allem zu sehen. Spürt, dass tief im Inneren von jedem Menschen das Göttliche ist. Wenn ihr eine Herz-zu-Herz-Verbindung aufnehmt, selbst wenn der andere gerade mit was ganz anderem beschäftigt ist, könnt ihr Brahman dort spüren. Wenn ihr spazieren geht, könnt ihr Gott durch den Baum spüren, ihr könnt Gott durch den Himmel spüren, ihr könnt Gott durch die Erde spüren, ihr könnt Gott, Göttin oder wie auch immer ihr es nennen wollt, die Natur – ist ja auch ein Name für Gott – könnt ihr spüren. Und letztlich spüren: „Ich als Manifestation des Göttlichen bewege mich innerhalb des Göttlichen.“

Hari Om Tat Sat

Dies ist der 32. Beitrag zum Thema „Spirituelle Praxis“. Aus einer unbearbeiteten Mitschrift eines Sprituellen Retreats mit Sukadev Bretz im  Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Mehr Informationen:

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