Volles Bewusstsein und unberührt sein

swami s1In Asamshakti ist es so, dass der Meister noch Prahabdha Karma in größerer Menge zu erfüllen hat. In Nirvikalpa Samadhi weiß er, dass er eins ist mit dem Unendlichen, daher macht er keine Handlung mehr mit Ego, er weiß, dass Körper und Geist nur Teil des kosmischen Organismus sind, und er stellt sich vollständig in den Dienst Gottes, daher gibt es kein Asamshakti Karma mehr, er schafft kein neues mehr, auch das Sanchitta Karma wird verbrannt. Da er eigentlich nichts mehr zu lernen hat, bedeutet das Karma, das noch nicht angefangen hat, Früchte zu tragen, ist verbrannt, aber es gibt Prahabdha Karma, das dann angefangen hat zu keimen und dieses Prahabdha Karma muss er noch ernten und in Asamshakti nimmt er dieses Karma bewusst an und von außen gesehen, erscheint es so, als ob er so handelt wie alle anderen auch. Er denkt logisch, er trifft Entscheidungen, er ist natürlich auch von der Intuition geleitet, aber er kann genauso all das tun, was jeder andere auch macht, nur er ist jetzt in dem vollständigen Bewusstsein, er macht nicht’s selbst, daher: durch nichts berührt. Es entsteht das, was man bezeichnet als Doppelbewusstsein. Er sieht zum einen die Welt als Einheit, zum anderen sieht er aber auch die Welt so, wie wir sie auch sehen in der materiellen Ebene, er sieht dann auch noch die Zwischenebenen, Astralwelten usw., also er hat einen vielfältigen Blickwinkel gleichzeitig. Es bleibt auch noch ein ganz sattwiges Ego übrig, wenn er nicht eine gewisse Identifikation auch mit diesem Körper hätte, warum würde man dann diese Hand mehr bewegen als die Hand von jemand anderem, wenn alles meine Körper sind. Obgleich er weiß, dass alles eins ist, hat er dennoch eine besondere Beziehung zu diesem Körper und diesem Geist und kann deshalb Karma ausarbeiten. Aber wenn man Nirvikalpa Samadhi vollständig erreicht hat, dann heißt es, kann man nicht mehr fallen. Das Karma hat sich aufgelöst. Das Ego ist nicht mehr so, dass es etwas tun kann, was in die Dualität führt.

Padarthabhavani ist dieses Doppelbewusstsein eindeutig verschoben in die Richtung, dass er immer nur Brahman sieht und das Karma ist nahezu ausgearbeitet und der Meister, die Meisterin handelt nur noch, wenn sie von außen aufgefordert wird, trifft keine Entscheidungen mehr: Das muss geschehen, das muss nicht geschehen, sondern wenn ihn jemand auffordert zu sprechen, dann spricht er, wenn niemand auffordert, dann schweigt er. Es geht sogar so weit oder es kann so weit gehen, dass, wenn ihm niemand was zu essen gibt, dann isst er nicht. Und solange das Karma noch da ist, dass der Körper da sein soll, dann überlebt der Körper, selbst ohne Essen. Es gibt solche Phänomene. Im Normalfall wird das Karma dafür sorgen, dass der Mensch auch etwas zu essen kriegt usw.

Und irgendwann hört auch dieses letzte Karma auf und dann folgt Turya, immerwährender Samadhi und innerhalb von drei Minuten und drei Wochen fällt dann der physische Körper ab und der Meister verlässt den physischen Körper, verlässt den Astralkörper, den Kausalkörper und verschmilzt mit Brahman. Das also als Wiederholung der oberen Stufen.

Zusammenfassend: Es gibt verschiedene Weisen, wie man die Stufen des spirituellen Weges beschreiben kann. Hier habt ihr eine Sieben-Stufen-Lehre kennen gelernt: Es gibt auch noch andere. Die Hauptstufen sind:

  1. Der erwachte Wunsch nach Befreiung.
  2. Man praktiziert systematisch und sorgt dafür, dass wir auf dem Weg vorankommen, dass unsere Psyche transformiert wird, dass wir unser Karma ausarbeiten, wir Energie ansammeln – das führt zu
  3. Tanumanasa, zum Ausdünnen des Geistes, sodass wir wollen, was gut für uns ist, die Meditation tief wird, wir Freude erfahren bei dem, was gut ist für uns wie auch für andere. Wenn wir dort der Gefahr des spirituellen Weges, des spirituellen Egos begegnen, kommen wir zu
  4.  Sattwapati, Erlangen von Reinheit, Savikalpa Samadhi, wo die Siddhis eine Versuchung darstellen. Widerstehen wir dieser Versuchung, kommen wir zu
  5. Nirvikalpa Samadhi, der Selbstverwirklichung. Von da an läuft das Karma mehr oder weniger von selbst ab. In Asamshakti nehmen wir das Karma bewusst auf uns, handeln von außen gesehen fast so wie vorher, haben ein Doppelbewusstsein, sehen gleichzeitig Brahman und die Welt. Schließlich ist dieses Karma weitestgehend aufgebraucht.
  6.  Und gegen Ende des Lebens, diese Phase dauert normalerweise nur sehr kurz, auch wenn es Menschen gibt, die dort Jahre oder sogar Jahrzehnte drin sind. Das Normale ist, dass diese Phase nur sehr kurz ist, wenige Tage oder wenige Wochen. Tut der Mensch nichts mehr für sich selbst, sondern das Karma läuft noch ab.
  7. Schließlich hört das Karma ganz auf und der Yogi geht in Machasamadhi in großen Samadhi ein, vollständige Verschmelzung , dauerhaft

– Fortsetzung folgt –

Dies ist Teil 25 einer unbearbeiteten Niederschrift eines Mitschnitts eines Vortrags mit Sukadev Bretz im Rahmen einer Ausbildung bei Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Für genauere Erklärungen der Sanskrit Ausdrücke kannst du nachschauen im Yoga Wiki. Hier ein paar weiterführende Links:

Umfangreiche Informationen zur Yogalehrer Ausbildung

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