Gleichmut des Geistes

2kIm Wesentlichen läuft das darauf hinaus, dass der Geist eine gewisse Ruhe hat und Gleichmut. Es ist also nicht so, dass wir deshalb unglücklich sind, weil wir unser Leben nicht bewältigen können, es ist nicht deshalb, dass wir unglücklich sind, weil wir irgendwie nur äußerlich enttäuscht sind, obgleich äußere Enttäuschungen diesen Gemütszustand hervorrufen können. Wir könnten sehr wohl unser Leben bewältigen, wir könnten sehr wohl erfolgreich sein, aber von innen her sehen wir dort nicht den großen Sinn drin. Ich will es kurz trotzdem erwähnen, Sama heißt Gleichmut des Geistes oder auch Beherrschung des Geistes und Dama heißt Beherrschung der Sinne, Uparati heißt meiden. Im Grunde genommen, das sind auch Dinge, so eine Leiter, was wir machen können, wenn unser Geist in Unruhe kommt. Das Beste wäre, Dama, wir behalten unseren Geist einfach ruhig. Wenn wir den Geist nicht ruhig halten können, dann halten wir wenigstens unsere Sinne ruhig – Dama, also wenn wir plötzlich den großen Wunsch haben unbedingt einen Hamburger zu verzehren, das Beste wäre, Sama, wir sagen: Geist, sei ruhig und wir denken an …hmm, irgendwie an ein tolles Tofuschnitzel. Oder wir denken an die Unendlichkeit. Wenn das nicht geht, dann machen wir wenigstens Dama, wir beherrschen unsere Sinne. Und auch wenn der Wunsch da ist, gehen wir nicht hin und essen. Und wenn das immer schwer fällt, dann machen wir Uparaki, wir meiden die Orte, wo wir in Versuchung geführt werden. Das ist so eine absteigende Leiter. Oder wenn wir uns furchtbar über einen Menschen ärgern – das Beste wäre Sama -, wir entwickeln wieder Gleichmut, indem wir uns in Geduld üben, und Toleranz um den anderen zu verstehen. Wenn das nicht geht, wenigstens Dama, wir vermeiden es, Baseballschläger zu nehmen oder einen Stock zu nehmen und ihn zu erschlagen. Wenn das nicht ist, dann Uparati („Aufhören, sich-Beruhigen“) wir sagen einfach freundlich, es tut mir Leid, wir können jetzt nicht darüber sprechen, wir erledigen das später, können wir dann morgen noch einmal drüber sprechen.  Und dann rausgehen, zweimal um den Block laufen oder noch besser ins Grüne gehen, und drei Glas kalte Wasser trinken und dann ist man etwas ruhiger.

– Fortsetzung folgt –

Dies ist Teil 16 einer unbearbeiteten Niederschrift eines Mitschnitts eines Vortrags mit Sukadev Bretz im Rahmen einer Ausbildung bei Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg. Für genauere Erklärungen der Sanskrit Ausdrücke kannst du nachschauen im Yoga Wiki. Hier ein paar weiterführende Links:

Umfangreiche Informationen zur Yogalehrer Ausbildung

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